auch wenn vielleicht die einladung zu der podiumsdiskussion im SMCA letzten donnerstag nicht alle erreicht hat, die es interessiert hätte, aber einer wurde in jedem fall offiziell eingeladen: der verantwortliche bürgermeister der stadt.
dass dieser - wie die sn schreiben - die diskussion für "entbehrlich" hält und einfach nicht erscheint, lässt darüber nachdenken, was die bürgerInnen dieser stadt ihrerseits für entbehrlich halten könnten.
aber vielleicht steckt in der eigenartigen lähmung, die eine gerade erst am wiederstart stehende stadtregierung zu erfassen scheint, auch eine chance.
bürgerInnen, denen nicht egal ist, ob aus der "verschnaufpause eine verschlafpause" wird (copyright prälat neuhardt), könnten aktiv werden und sowohl dem bürgermeister als auch der nun neu zuständigen stadträtin klar machen, dass sie sowohl die verhinderung als auch das untertauchen der verantwortlichen für sehr entbehrlich halten!
Samstag, 28. März 2009
Freitag, 27. März 2009
Max Rieder: Zur Planung (des Residenzplatzes) – eine Erklärung.
Generell bedeutet Planen nicht Designen oder wie herkömmlich mißverstanden bloss ästhetische Gestaltung.
Vielmehr ist Planung ein (Gestaltungs-) Prozess unterschiedlichster Sphären (Auftraggeber, Politik und Öffentlichkeit, Anrainer, Fachleute usw), die zu einem integralen, äthetischen Ergebnis führen sollen.
Planen bedeutet auch bewußtes Verändern, in der weiteren Folge zuerst wahrnehmen, dann analysieren, Vergleiche und Research, bewerten und entscheiden.
Es ist ein interaktives Wechselspiel unterschiedlichster Interessenslagen in der vollen Breite zwischen Rendite, Politik und künstlerischer Intention und beinhaltet mehrere Feedbackschleifen (also Planüberarbeitungen und Abänderungen).
Insofern ist dem Planen immanent, dass laufend entwickelt, der Plan verändert wird.
Erst nach dem Planungsprozess soll das Bauen (im Idealfall) erfolgen.
Für den Residenzplatz bedeutet dies, dass es einen einstimmigen gemeinderätlichen Planungsbeschluss für die Neugestaltung des Residenzplatzes gibt, auch einen Budgetbeschluss, aber naturgemäß noch keinen Baubeschluss. Dieser müsste erst nach Planungsabschluss (d.h. Vorliegen von Bauleistungsanboten = Kosten) erfolgen. Bevor diese Kosten am Markt mittels öffentlicher Ausschreibung durch Anbote abgefragt werden können, ist die Detail- und Ausführungsplanung durchzuführen. Wir stecken aber teilweise noch in der Entwurfsplanung (d.h. ca 40% der bisherigen vertraglichen Leistung wurde erbracht).
Die Planung des Residenzplatzes bedeutet nicht Gestaltungsdekor – im Sinne des planerisch-gestalterischen Auswählens einer geschmackvollen Oberfläche -, sondern auch vielmehr das integrierte Zusammenspiel verschiedenster Fachdisziplinen unter der Leitung des Generalplaners Architekt.
Unser Team umfasst ca 20 hochqualifizierte Fachleute.
So werden hier bodenmechanische, baudenkmal-archeologische, gründungstechnische, statisch-konstruktive, leitungstechnische (Ver- und Entsorgung von Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Daten), lichtplanerische, elektrotechnische, entwässerungstechnische, straßenverkehrstechnische, straßenbautechnische, maschinenbautechnische und stadtgestalterische wie architektonische Planungen koordiniert und durchgeführt. Die Planung der Neugestaltung des Residenzplatzes ist ein komplexes (unterirdisches und oberirdisches) Unterfangen, welches einen besonderen Spannungsbogen von Altstadtschutz (Weltkulturerbe, Bodendenkmal) und Straßenbautechnik, also Baukultur und Technik erzeugt.
Die Synthese aus Vorgaben dieser unterschiedlichen, sich generell widersprüchlichen (Vertrags-)sphären ist die kontexuelle Innovation „Bachsteinbeton“ (oder Konglomeratbeton).
Plakativ, „oberflächlich“ gesehen ist dieser der unmittelbar sichtbar Ausdruck der Gestaltung. Die Planung wird aber durch das Organisieren der/s intentierten Milieus nur indirekt, am zweiten Blick „in den Plänen und Darstellungen, Texten“ sichtbar bzw. vorstellbar.
Aber, die wesentlichen gestaltrelevanten raumphänomenalen Aspekte unserer Planung wurden ebenso wenig kommuniziert, wie die „work in progress-Darstellung der Musterfläche“, also die leidigen Frage „Bachsteinbeton“.
Nämlich, dass sich in Zukunft der Residenzplatz in einer besonderen Weite von Domwand zu Bürgerhauszeile sowie von Alter zu Neuer Residenz ohne Barrieren, Zonierungen aufspannen soll und so die ursprünglichen wahrnehmbaren Dimensionen von Eleganz, Noblesse und Weitläufigkeit erreicht (siehe historische Stiche).
Gleichzeitig werden in die neue Platzoberfläche Elemente organisiert, welche in Zukunft zum Verweilen im Schatten wie in der Sonne anregen, Trinkwasser anbieten, nächtliche Illumination, eine bewegliche, bespielbare Lichtskulptur – urbansign - zum Gedenken an die einzige, österreichischen Bücherverbrennnung des Nationalsozialismus (natürlich in Salzburg).
In die neue Oberfläche werden 20 Ver- und Entsorgungsstationen integriert, welche den Residenzplatz zur bespielbaren Kulturbühne nutzbar machen (neben den bekannten Brauchtumsveranstaltungen), Zonen für eine italophile Schanikultur sind vorausschauend organisiert, spezielle Fiakerstandplätze im Domwandschatten samt dort vorgesehener Reinigung u. dgl.
Es soll der Salon der SalzburgerInnen werden, zeitgenössisch verwandelt aber nicht zeitgeistig gestylt, das internationale Fotoshooting der Tourismusindustrie kann weiterhin geschehen
Planen bedeutet auch Zeit und Kosten.
Der Residenzplatz weist ein Minibudget (Baukosten ca 3,6 Mio EUR) im Verhältnis zur kulturellen Tragweite als identifikatorisches Megaprojekt aus.
Der Residenzplatz ist 2009 im zweiten Planungsjahr.
Im Vergleich dazu MUQUA Wien 15 Jahre, Kunsthaus Bregenz 11 Jahre, Kindergarten AigenX –Salzburg 6 Jahre, also wir sind ziemlich flott, auch wenn bisher keine Öffentlichkeits- und Informationsarbeit durch den Auftraggeber Stadt erfolgte. Öffentliche Investitionen in öffentliche Infrastruktur = zentraler Platz gelten als besonders nachhaltig.
maxRIEDER, 27032009
Vielmehr ist Planung ein (Gestaltungs-) Prozess unterschiedlichster Sphären (Auftraggeber, Politik und Öffentlichkeit, Anrainer, Fachleute usw), die zu einem integralen, äthetischen Ergebnis führen sollen.
Planen bedeutet auch bewußtes Verändern, in der weiteren Folge zuerst wahrnehmen, dann analysieren, Vergleiche und Research, bewerten und entscheiden.
Es ist ein interaktives Wechselspiel unterschiedlichster Interessenslagen in der vollen Breite zwischen Rendite, Politik und künstlerischer Intention und beinhaltet mehrere Feedbackschleifen (also Planüberarbeitungen und Abänderungen).
Insofern ist dem Planen immanent, dass laufend entwickelt, der Plan verändert wird.
Erst nach dem Planungsprozess soll das Bauen (im Idealfall) erfolgen.
Für den Residenzplatz bedeutet dies, dass es einen einstimmigen gemeinderätlichen Planungsbeschluss für die Neugestaltung des Residenzplatzes gibt, auch einen Budgetbeschluss, aber naturgemäß noch keinen Baubeschluss. Dieser müsste erst nach Planungsabschluss (d.h. Vorliegen von Bauleistungsanboten = Kosten) erfolgen. Bevor diese Kosten am Markt mittels öffentlicher Ausschreibung durch Anbote abgefragt werden können, ist die Detail- und Ausführungsplanung durchzuführen. Wir stecken aber teilweise noch in der Entwurfsplanung (d.h. ca 40% der bisherigen vertraglichen Leistung wurde erbracht).
Die Planung des Residenzplatzes bedeutet nicht Gestaltungsdekor – im Sinne des planerisch-gestalterischen Auswählens einer geschmackvollen Oberfläche -, sondern auch vielmehr das integrierte Zusammenspiel verschiedenster Fachdisziplinen unter der Leitung des Generalplaners Architekt.
Unser Team umfasst ca 20 hochqualifizierte Fachleute.
So werden hier bodenmechanische, baudenkmal-archeologische, gründungstechnische, statisch-konstruktive, leitungstechnische (Ver- und Entsorgung von Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Daten), lichtplanerische, elektrotechnische, entwässerungstechnische, straßenverkehrstechnische, straßenbautechnische, maschinenbautechnische und stadtgestalterische wie architektonische Planungen koordiniert und durchgeführt. Die Planung der Neugestaltung des Residenzplatzes ist ein komplexes (unterirdisches und oberirdisches) Unterfangen, welches einen besonderen Spannungsbogen von Altstadtschutz (Weltkulturerbe, Bodendenkmal) und Straßenbautechnik, also Baukultur und Technik erzeugt.
Die Synthese aus Vorgaben dieser unterschiedlichen, sich generell widersprüchlichen (Vertrags-)sphären ist die kontexuelle Innovation „Bachsteinbeton“ (oder Konglomeratbeton).
Plakativ, „oberflächlich“ gesehen ist dieser der unmittelbar sichtbar Ausdruck der Gestaltung. Die Planung wird aber durch das Organisieren der/s intentierten Milieus nur indirekt, am zweiten Blick „in den Plänen und Darstellungen, Texten“ sichtbar bzw. vorstellbar.
Aber, die wesentlichen gestaltrelevanten raumphänomenalen Aspekte unserer Planung wurden ebenso wenig kommuniziert, wie die „work in progress-Darstellung der Musterfläche“, also die leidigen Frage „Bachsteinbeton“.
Nämlich, dass sich in Zukunft der Residenzplatz in einer besonderen Weite von Domwand zu Bürgerhauszeile sowie von Alter zu Neuer Residenz ohne Barrieren, Zonierungen aufspannen soll und so die ursprünglichen wahrnehmbaren Dimensionen von Eleganz, Noblesse und Weitläufigkeit erreicht (siehe historische Stiche).
Gleichzeitig werden in die neue Platzoberfläche Elemente organisiert, welche in Zukunft zum Verweilen im Schatten wie in der Sonne anregen, Trinkwasser anbieten, nächtliche Illumination, eine bewegliche, bespielbare Lichtskulptur – urbansign - zum Gedenken an die einzige, österreichischen Bücherverbrennnung des Nationalsozialismus (natürlich in Salzburg).
In die neue Oberfläche werden 20 Ver- und Entsorgungsstationen integriert, welche den Residenzplatz zur bespielbaren Kulturbühne nutzbar machen (neben den bekannten Brauchtumsveranstaltungen), Zonen für eine italophile Schanikultur sind vorausschauend organisiert, spezielle Fiakerstandplätze im Domwandschatten samt dort vorgesehener Reinigung u. dgl.
Es soll der Salon der SalzburgerInnen werden, zeitgenössisch verwandelt aber nicht zeitgeistig gestylt, das internationale Fotoshooting der Tourismusindustrie kann weiterhin geschehen
Planen bedeutet auch Zeit und Kosten.
Der Residenzplatz weist ein Minibudget (Baukosten ca 3,6 Mio EUR) im Verhältnis zur kulturellen Tragweite als identifikatorisches Megaprojekt aus.
Der Residenzplatz ist 2009 im zweiten Planungsjahr.
Im Vergleich dazu MUQUA Wien 15 Jahre, Kunsthaus Bregenz 11 Jahre, Kindergarten AigenX –Salzburg 6 Jahre, also wir sind ziemlich flott, auch wenn bisher keine Öffentlichkeits- und Informationsarbeit durch den Auftraggeber Stadt erfolgte. Öffentliche Investitionen in öffentliche Infrastruktur = zentraler Platz gelten als besonders nachhaltig.
maxRIEDER, 27032009
Donnerstag, 26. März 2009
was viele nicht wissen: die ausschreibung verlangte eine belastbarkeit wie eine AUTOBAHN!
langsam spricht es sich herum, aber noch lange nicht alle wissen es: die tatsache, dass die architekten einen betonboden für den residenzplatz vorgeschlagen haben, beruht nicht auf einer unbedingten idee der architekten, sondern ist die folge der ausschreibung. dort wurde eine belastbarkeit des bodenbelags gefordert, wie sie jener einer AUTOBAHN entspricht.
das ist wohl einer jener punkte, die es zu diskutieren gilt. die neue verantwortliche für das bauresor, stadträtin claudia schmidt, könnte diese eigenartigen vorschriften des auftraggebers stadt salzburg revidieren.
das ist wohl einer jener punkte, die es zu diskutieren gilt. die neue verantwortliche für das bauresor, stadträtin claudia schmidt, könnte diese eigenartigen vorschriften des auftraggebers stadt salzburg revidieren.
Mittwoch, 25. März 2009
die tradition des verhinderns unterbrechen
zahlreiche gespräche in folge dieses blogs und der gruppe auf facebook bestärken mich in dem bild, dass es doch nicht wenige salzburgerInnen gibt, denen das durchbrechen der tradition des verhinderns wichtig wäre.
eine phase der reflektion kann nämlich zweierlei bedeuten:
entweder es wird die chance von allen beteiligten genutzt, die vision eines wirklich gestalteten residenzplatzes zu erkennen und einem solchen vorhaben eben genau um herzen der altstadt eine entwicklungschance zu geben,
oder es wird mit jedem tag mehr staub über den residenzplatz und das vorhaben geweht, der staub des vergessens und des scheiterns.
in diesem falle würde der residenzplatz zum monument der verhinderung und der trägheit.
viele salzburgerInnen sind aber der meinung, dass sich salzburg und die einwohnerInnen etwas besseres verdient haben.
eine phase der reflektion kann nämlich zweierlei bedeuten:
entweder es wird die chance von allen beteiligten genutzt, die vision eines wirklich gestalteten residenzplatzes zu erkennen und einem solchen vorhaben eben genau um herzen der altstadt eine entwicklungschance zu geben,
oder es wird mit jedem tag mehr staub über den residenzplatz und das vorhaben geweht, der staub des vergessens und des scheiterns.
in diesem falle würde der residenzplatz zum monument der verhinderung und der trägheit.
viele salzburgerInnen sind aber der meinung, dass sich salzburg und die einwohnerInnen etwas besseres verdient haben.
Little Italy im Schatten des Doms
Jetzt ist es also so weit. Die Neugestaltung des Residenzplatzes ist vorerst auf Eis gelegt. Verständlich, dass Max Rieder darüber nicht besonders erfreut ist. Über seine öffentlich in den SN vom 20. März über die Provinzstadt Salzburg und seine Bewohner geäußerten Gedanken kann jeder denken wie er will.
Es ist richtig, dass in Salzburg viele Architekturprojekte erst groß angekündigt, in aufwändigen Wettbewerbsverfahren ausgewählt und dann in einem qualvollen Prozedere totgeredet werden. Aber ist das in Wien anders?
Man erinnere sich nur an die jahrelange Farce beim Museumsquartier. Der alte Mann mit der Krone spielte hier Architekt. Andere Projekte sind schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Viel zu restriktive und ängstliche Vorgaben bei der Wettbewerbsausschreibung führen zu Projekten wie etwa dem Museum auf dem Berg. Der oft und gern herangezogene Vergleich Salzburgs mit den oberitalienischen Renaissancestädten ist für Salzburg schmeichelhaft.
Abgesehen davon, dass diese Städte oftmals schon Jahrhunderte früher ihr Antlitz erhielten, hinkt dieser Vergleich dennoch. Objektive Parameter, wie Klima und mediterrane Vegetation, und subjektive Empfindungen, wie Lebensart, Urlaubsstimmung und kulinarische Genüsse, verklären das Bild. Provinzstädte sind diese Perlen allemal. Und vielleicht liegt gerade da der Schlüssel.
In der Provinz ist halt alles etwas kleiner. Die sich daraus oft wie selbstverständlich ergebende Maßstäblichkeit und Proportionalität wirkt auf uns Menschen stimmig und wir fühlen uns beim Cappuccino auf der Piazza pudelwohl. Man stelle sich das mal bildlich übertragen auf dem Residenzplatz vor. Kommt da wirklich italienisches Flair auf?
Somit war die gestalterische Reaktion der siegreichen Architekten mit ihrem Projekt durchaus schlüssig. Die Verunsicherung vieler Salzburger mitsamt technischer Bedenken mit unverhohlenem Zynismus vom Tisch zu wischen ist zumindest voreilig. Vielleicht tut die nunmehrige Nachdenk phase dem Residenzplatz auch gut. Oftmals kommt man nach vielem Hin und Her und Zaudern und Zögern auch wieder zum ursprünglichen Ansatz zurück. Manchmal auch nicht. Schlecht?
Dipl.Ing. Wolfgang Weissenberger
5020 Salzburg
dieser leserbrief in den salzburger nachrichten vom 25.3.2009 wird hier mit freundlicher genehmigung von dipl.ing. wolfgang weissenberger wiedergegeben.
Es ist richtig, dass in Salzburg viele Architekturprojekte erst groß angekündigt, in aufwändigen Wettbewerbsverfahren ausgewählt und dann in einem qualvollen Prozedere totgeredet werden. Aber ist das in Wien anders?
Man erinnere sich nur an die jahrelange Farce beim Museumsquartier. Der alte Mann mit der Krone spielte hier Architekt. Andere Projekte sind schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Viel zu restriktive und ängstliche Vorgaben bei der Wettbewerbsausschreibung führen zu Projekten wie etwa dem Museum auf dem Berg. Der oft und gern herangezogene Vergleich Salzburgs mit den oberitalienischen Renaissancestädten ist für Salzburg schmeichelhaft.
Abgesehen davon, dass diese Städte oftmals schon Jahrhunderte früher ihr Antlitz erhielten, hinkt dieser Vergleich dennoch. Objektive Parameter, wie Klima und mediterrane Vegetation, und subjektive Empfindungen, wie Lebensart, Urlaubsstimmung und kulinarische Genüsse, verklären das Bild. Provinzstädte sind diese Perlen allemal. Und vielleicht liegt gerade da der Schlüssel.
In der Provinz ist halt alles etwas kleiner. Die sich daraus oft wie selbstverständlich ergebende Maßstäblichkeit und Proportionalität wirkt auf uns Menschen stimmig und wir fühlen uns beim Cappuccino auf der Piazza pudelwohl. Man stelle sich das mal bildlich übertragen auf dem Residenzplatz vor. Kommt da wirklich italienisches Flair auf?
Somit war die gestalterische Reaktion der siegreichen Architekten mit ihrem Projekt durchaus schlüssig. Die Verunsicherung vieler Salzburger mitsamt technischer Bedenken mit unverhohlenem Zynismus vom Tisch zu wischen ist zumindest voreilig. Vielleicht tut die nunmehrige Nachdenk phase dem Residenzplatz auch gut. Oftmals kommt man nach vielem Hin und Her und Zaudern und Zögern auch wieder zum ursprünglichen Ansatz zurück. Manchmal auch nicht. Schlecht?
Dipl.Ing. Wolfgang Weissenberger
5020 Salzburg
dieser leserbrief in den salzburger nachrichten vom 25.3.2009 wird hier mit freundlicher genehmigung von dipl.ing. wolfgang weissenberger wiedergegeben.
Dienstag, 24. März 2009
das gefährliche österreichische "bisserl": wirkliche neugestaltung darf nicht aufgeschoben werden
ein paar steine von einem amt rund um den residenzplatz verlegt? das kann doch nicht wirklich im ernst die neugestaltung des residenzplatzes sein. heute präsentiert sich der landeskonservator ronald gobiet auf seite 1 der sn mit flusssteinen in der hand. er hat offensichtlich vor, nun in der art eines biedermeierschen spitzendeckerls ein paar steine nett um den residenzbrunnen zu verlegen.
das ist deshalb delikat, denn ronald gobiet hat sich ursprünglich sehr zufrieden zum vorschlag der architekten, die technischen anforderungen mit bachsteinbeton zu erfüllen geäussert, um dann zum unerwarteten zeitpunkt sich selbst zu widerrufen und kritik an dieser lösung zu äussern.
und jetzt - zu einem zeitpunkt wo die politik nicht wirklich handlungsfähig, weil mit dem anstrengenden machtverteilen für die nächsten jahre beschäftigt ist - scheint ein vorschlag des landeskonservators die lösung zu sein: ein "bisserl" was neues - eh nur eine übergangslösung - bis dann, wo wir uns eh nicht mehr erinnern, dass wir es einmal erneuern wollten.
also ein "bisserl" veränderung ist die wohl gefährlichste form von verhinderung. sie tut so, als würde was anders werden, ist aber vermutlich gefährlich populär, weil sie sich sogar als veränderung ausgeben kann, aber genau diese in wirklichkeit verhindert.
das ist deshalb delikat, denn ronald gobiet hat sich ursprünglich sehr zufrieden zum vorschlag der architekten, die technischen anforderungen mit bachsteinbeton zu erfüllen geäussert, um dann zum unerwarteten zeitpunkt sich selbst zu widerrufen und kritik an dieser lösung zu äussern.
und jetzt - zu einem zeitpunkt wo die politik nicht wirklich handlungsfähig, weil mit dem anstrengenden machtverteilen für die nächsten jahre beschäftigt ist - scheint ein vorschlag des landeskonservators die lösung zu sein: ein "bisserl" was neues - eh nur eine übergangslösung - bis dann, wo wir uns eh nicht mehr erinnern, dass wir es einmal erneuern wollten.
also ein "bisserl" veränderung ist die wohl gefährlichste form von verhinderung. sie tut so, als würde was anders werden, ist aber vermutlich gefährlich populär, weil sie sich sogar als veränderung ausgeben kann, aber genau diese in wirklichkeit verhindert.
Montag, 23. März 2009
2 anzeigen mit wirkung
vergangenen mo und di hat ein konsortium von menschen, die ein positives signal in die debatte um den residenzplatz senden wollten, in den salzburger nachrichten kleine anzeigen geschalten. in den darauf folgenden tagen musste ich öfter berichten, dass ich die mitglieder dieses konsortiums u.a. deshalb nicht namentlich nennen darf, weil diese personen entweder in ihrer arbeitssituation oder in ihrer partei mit schwierigkeiten rechnen müssten, die es zu ersparen gilt.
diesen schutz finde ich wichtig, andererseits sagt dieser umstand auch einiges über unser "klima" - in diesem falle unser "salzburger klima" aus.
umso mehr freut es mich, dass es auch immer mehr menschen gibt, die sich auch namentlich in die diskussion einbringen wollen.
diesen schutz finde ich wichtig, andererseits sagt dieser umstand auch einiges über unser "klima" - in diesem falle unser "salzburger klima" aus.
umso mehr freut es mich, dass es auch immer mehr menschen gibt, die sich auch namentlich in die diskussion einbringen wollen.
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